Kanzlei-Blog

Kanzleischulung – „Ordnungsgemäße Kassenführung“ GoBD

Am 01.06.2017 konnten wir im Rahmen unserer Kanzleischulung „Ordnungsgemäße Kassenführung“ erneut Herrn Dipl.-Finanzwirt (FH) Markus Kanitz, Betriebsprüfer beim Zentralen-Konzernprüfungsamt Stuttgart begrüßen, der uns als Referent zur Verfügung stand und uns über die neuesten Entwicklungen zur „GoBD-konformen Kassenführung“ informierte.

Die Kassenführung insbesondere in bargeldintensiven Betrieben einzurichten, ist keine leichte Aufgabe. Unterlaufen hierbei formelle oder materielle Fehler, führt das im Rahmen einer Betriebsprüfung oder einer Nachschau regelmäßig zur Schätzung von Umsatz und Gewinn.

Aus diesem Grund ist es uns wichtig, dass unsere Mandanten die handelsrechtlichen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung – ebenso wie die steuerlichen Ordnungsvorschriften – kennen und rechtssicher anwenden können. Werden elektronische Aufzeichnungssysteme verwendet, müssen die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) vom 14.11.2014 beachtet werden. Daneben gelten spätestens seit dem 01.01.2017 verschärfte Anforderungen an Kassensysteme. Die bisher gewährten Aufbewahrungserleichterungen eines BMF-Schreibens vom 09.01.1996 sind zum 31.12.2016 entfallen. Seither sind alle Kassendaten (Einzelaufzeichnungen) für die Dauer der Aufbewahrungsfrist jederzeit verfügbar, unverzüglich lesbar und maschinell auswertbar aufzubewahren.

Ist die komplette Speicherung aller steuerlich relevanten Daten – bei der Registrierkasse insbesondere:

  • Journal
  • Auswertungs-.
  • Programmier- und
  • Stammdatenänderungsdaten

innerhalb des Gerätes nicht möglich, müssen diese Daten unveränderbar und maschinell auswertbar auf einem externen Datenträger gespeichert werden!

Am 29.12.2016 ist zudem das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen in Kraft getreten, mit dem nicht nur die Anforderungen an die Aufzeichnungen von Kasseneinnahmen und Kassenausgaben weiter verschärft wurden, auch erhalten die Prüfdienste der Finanzverwaltung weitergehende Rechte. So besteht ab dem 01.01.2018 die Möglichkeit einer unangemeldeten Kassen-Nachschau, die eine Prüfung der Kasseneinnahmen und der Kassenausgaben zum Gegenstand hat. Außerdem müssen elektronische Aufzeichnungssysteme ab dem 01.01.2020 über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung verfügen. Die technischen Anforderungen dafür werden derzeit noch definiert, sodass sich aktuell keine Kassensysteme auf dem Markt befinden, die die Anforderungen ab 01.01.2020 erfüllen.

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